„Lieber Gott, schenke mir bitte Gelassenheit“ – Ein Plädoyer für mehr Ruhe im hektischen Alltag

In einer Zeit, in der Empörung und Dauererregung allgegenwärtig sind, sehnen sich viele nach Gelassenheit. Begleite uns auf eine Reflexion über die Bedeutung von Gelassenheit im heutigen Leben. Erfahre, wie ein einfacher Geburtstags- oder Weihnachtswunsch nach Gelassenheit langsam Wirkung zeigt und wie wir trotz Herausforderungen und Schwierigkeiten eine ruhige und gelassene Haltung bewahren können. Lerne von der Weisheit alter Philosophen und erkenne, dass Gelassenheit nicht mit Gleichgültigkeit, sondern mit Los-Lassen zu tun hat. Möge dieses Video dir Inspiration bieten, Gelassenheit als eine lebensverändernde Haltung anzunehmen.

Transkript

Richard:

Als der Papst Johannes der 23. wieder einmal voller Zweifel war, hörte er eine Stimme über sich. Ach Johannes, sei gelassener, nimm nicht alles so ernst, ich bin ja auch noch da. Das mit der Gelassenheit, das ist so eine Sache. Ich wünsche mir zum Geburtstag und zu Weihnachten immer, lieber Gott, bitte schenk mir mehr Gelassenheit. Es wirkt langsam. Eine Freundin, die ich vor einiger Zeit getroffen habe, der habe ich von meinem Wunsch erzählt und sie sagt, ja schau, ich bin jetzt in Pension und jetzt lasse ich sogar andere Verkehrsteilnehmer in der Schlange vor mir sich einreihen. Was das mit der Pension zu tun hat, weiß ich nicht. Aber

Richard:

Ich löse es ein bisschen später auf oder jemand anderer löst es auf. Wir befinden uns heute in einer Zeit, wo wir uns alle über alles aufregen. Schlagen Sie die Zeitungen. Schlagen Sie die Zeitungen auf, das Fernsehen etc. Ein deutsch-französischer Philosoph, ich muss jetzt nachlesen, wie er heißt, sonst präge ich es nicht richtig heraus, Pyung Chung Han, nennt das die Erregungsgesellschaft. Ich glaube, er hat vollkommen recht. Gelassenheit ist nicht modern. Der Philosoph Reinhard Haller drückt es so aus, und das muss ich jetzt vorlesen, damit ich richtig zitiere. Gelassenheit heißt nicht, Probleme zu verdrängen. Und Sorgen nicht ernst zu nehmen. Vielmehr wird sich der gelassene Mensch nicht von momentanen Stimmungen treiben und vom Eifer verzehren lassen. Dadurch wird der Blick schärfer und das Denken klarer. So betrachtet sollten wir nicht trotz, sondern wegen der vielen Probleme gelassen sein. Und Gelassenheit hat nichts mit Gleichgültigkeit, sondern mit Loslassen zu tun.

Richard:

Man kann sie nicht erlernen, die Gelassenheit, aber sich als Haltung aneignen. Der Weg dahin ist ein langer Prozess, dessen Ziel wir nur in alltäglichen kleinen Schritten erreichen können. Da bin ich jetzt bei der Auflösung. Vielleicht hat meine Freundin genau den letzten Schritt jetzt getan mit der Pensionierung, sodass sie gelassener geworden ist. Und was lernen wir daraus? Wir lernen daraus, dass wir trotz allem Umbild und Schwierigkeiten, die wir haben, die Sachen in Ruhe und ohne Stress angehen sollen, dann werden sie uns wahrscheinlich leichter fallen. Ich übe noch.

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