Arbeiten im Alter: Wie Anton seine Leidenschaft im Baumarkt neu entdeckte

Arbeiten im Alter: Wie Anton seine Leidenschaft im Baumarkt neu entdeckte

Arbeiten im Alter: Wie Anton seine Leidenschaft im Baumarkt neu entdeckte

In dieser inspirierenden Episode teilt Richard Kaan die Geschichte von Anton, einem pensionierten Fliesenleger, der sich nach dem Eintritt in den Ruhestand nach einer neuen Beschäftigung sehnte. Anton wandte sich an einen lokalen Baumarkt und bot seine Expertise kostenlos an, was zu einer Win-Win-Situation für alle Beteiligten führte. Anton fand nicht nur eine neue Lebensfreude und soziale Kontakte, sondern auch die Möglichkeit, sein Fachwissen weiterzugeben. Richard betont, dass Arbeit im Alter nicht nur zur Lebensqualität beiträgt, sondern auch die Gesundheit und das soziale Wohlbefinden verbessert. Diese Episode ist eine Ermutigung für alle, die glauben, dass es nie zu spät ist, eine neue Leidenschaft zu entdecken und einen positiven Beitrag zu leisten.

Dauer:00:03:59

Veröffentlicht am:04.04.2024

Transkript

Wenn es ums Arbeiten im Alter geht, höre ich immer wieder, dass Menschen, die 40, 45 Jahre lang gearbeitet haben, nicht mehr in der Lage sind, noch etwas zu tun. Ich halte das für einen vollkommen falschen Ansatz. Auch diese Leute, die schwer gearbeitet haben, auf Knien gebuckelt, schwere Lasten getragen haben etc, auch diese können im höheren Alter noch etwas tun. Anton fällt mir da ein. Anton ist Fliesenleger. Er hat seine normale Pension angetreten, mit 65, und hat dann all das gemacht, was er wollte oder vielleicht was seine Frau von ihm wollte, nämlich den Keller zu räumen, den Zaun zu streichen und alles Notwendige. Aber nach ein paar Monaten ist ihm die Decke auf den Kopf gefallen. Vielleicht auch seiner Frau, die dann irgendwann gesagt hat, Anton, ich habe auch ein Leben ohne dich gehabt, nicht 24 Stunden am Tag. Schau dich um und tu etwas anderes.

Und Anton ging in einen Baumarkt und ging zum Baumarktsleiter und hat gesagt, wissen Sie, ich würde gerne bei Ihnen mitarbeiten. Sie brauchen mich nicht zahlen. Ich komme 14 Tage lang und stelle mich zu den Fliesen hin. Und dann schauen wir mal, was passiert. Ja, der Filialeiter war ein kluger Mann, hat gesagt, fein, Anton, das machen wir. Am ersten Tag, ich glaube, es war Mittwoch, um drei Uhr Nachmittag, es war regnerisches Wetter, ist niemand gekommen. Und der Anton ist heimgegangen und hat gedacht, das war vielleicht keine so gute Idee. Am nächsten Mittwoch war Sonnenschein und der Baumarkt war voll und da waren schon drei, vier, fünf Leute, die von ihm etwas wissen wollten, denn er hat sehr kompetent. Ausgesehen in seinem Gewand, in seinem Arbeitsgewand. Und jedenfalls beim nächsten Mal waren schon 20, 30 Leute dort, die von ihm wissen wollten, wie man die Fliesen gerade legt oder schräg legt und wie man ein Loch hineinbohrt, ohne dass die Fliesen kaputt werden.

Sehr gern hat der Filialeiter dann mit dem Anton einen Deal gemacht, sodass er jede Woche dann zweimal käme für zwei oder drei Stunden. Und das war eine Win-Win-Win-Situation. Eines der Wins könnte die Ehefrau gewesen sein, aber das war jetzt nicht gemeint, sondern Anton selber wieder einen Sinn in seiner Tätigkeit gesehen, eine Struktur. Er musste zu bestimmten Zeiten dort sein. Er hat mit Leuten reden können, der soziale Anspruch war gegeben, das war herrlich und er hat etwas dazu verdient. Für den Baumarkt, also für den Arbeitgeber eine schöne Situation, hier für kleines Geld eine tolle Beratung zu bekommen und zufriedene Kunden zu haben. Aber auch für die Öffentlichkeit. Oder ist es wichtig, dass Menschen wie Anton freudvoll arbeiten dürfen oder können? Die Wissenschaft sagt nämlich, dass Menschen, die eine Arbeit haben, vielleicht nicht länger leben, aber sie leben länger gesund und brauchen daher auch nachher weniger Pflege und daher weniger Kosten für die Allgemeinheit.

Also noch einmal eine Win-Win-Win-Situation. Und lassen Sie mich so zusammenfassen, vielleicht in einem Satz. Wir dürfen nie mit dem Aufhören anfangen oder wir sollten niemals mit dem Anfangen aufhören. Danke vielmals. Ich freue mich, wenn Sie den Beitrag leiten und alle möglichen digitalen Maßnahmen, Buttons drücken, um Ihr hoffentlich Gefallen auszudrücken. Und ansonsten finden Sie mich unter richardkaan.com. Ich wünsche Ihnen alles Gute bis zum nächsten Mal. Auf Wiedersehen. Danke fürs Reinhören in meinem Podcast. Mehr Informationen gibt es auf meiner Webpage richardkahn.com. Bis zum nächsten Mal.

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